Traumatherapie

Lass aus Wunden Wunder werden...

In der klassischen Psychologie wird ein Trauma im allgemeinen als eine seelische Verletzung bezeichnet, die durch ein tiefgehendes, überwältigendes und prägendes Erlebnis hervorgerufen wurde. Auch wenn die Auslöser ganz unterschiedlich sein können, kann man zusammenfassend ein psychisches Trauma als eine Reaktion auf eine Extremsituation betrachten, auf die ein Mensch nicht angemessen vorbereitet war und die alle seine bisherigen erlernten Bewältigungsmechanismen komplett aushebelt, überfordert und somit unser gesamtes System in einen ‚Not-Modus’/Überlebensmodus schaltet.

Die Entstehung eines Trauma ist sehr individuell und kann durch ganz verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Neben Unfällen, Natur-katastrophen, sowie seelischem oder körperlichem Missbrauch, kann z.B. ebenso eine Operation oder langer Klinikaufenthalt, Mobbing, Umzug, die Diagnose einer lebensbedrohlichen Erkrankung, Loyalitätskonflikte, die Kündigung des Arbeitsplatzes sowie der plötzliche Verlust oder Tod einer nahestehenden Person oder Tieres ein schwerwiegendes Trauma auslösen. Und mitunter reicht es auch, nur als hilfloser und handlungsunfähiger Augenzeuge dabei gewesen zu sein oder auch ein Trauma schlichtweg ‚vererbt‘ bekommen zu haben.

PLÖTZLICH IST NICHTS MEHR, WIE ES VORHER WAR…

Für die Betroffenen hat sich die Welt radikal verändert – von einem Moment auf den anderen ist alles anders. Ein traumatisches Erlebnis stellt eine Lebenssituation dar, die nicht mehr im Rahmen der üblichen Anpassungs- und Bewältigungsstrategien gelöst werden kann. Unser System schaltet auf ‚Notprogramm‘ um, dass in erster Hinsicht dem Über-Leben dient. Die einzige Möglichkeit, nachdem die üblichen Überlebensstrategien Flucht oder Kampf nicht mehr funktionieren ist die ‚Flucht nach Innen‘, um das Erlebte auszublenden und abzukapseln/einzufrieren und sich vor weiterem Schmerz und Ohnmacht zu schützen. Entscheidend für die Manifestation eines Traumas ist jedoch weniger das Ereignis an sich, sondern vor allem die persönliche Bewertung und die damit verbundenen abgespeicherten Empfindungen/Emotionen.

Diese Emotionen und damit verbunden auch Aspekte/Seelenanteile von uns, werden dann abgespalten und vorerst ins Unterbewusstsein verschoben, von wo aus sie später immer wieder durch plötzlich auftretende Flashbacks, Schuldgefühle, Suchtverhalten oder unangemessene Ängste und Panikanfälle auftauchen können, ohne dass auf den ersten Blick ein kausaler Zusammenhang hergestellt werden kann, da die äußere Situation meist eine ganz andere ist. Ein Trauma ist nicht im vergangenen Erlebnis gespeichert, sondern vor allem als emotionale Erinnerung im Körper und im neuronalen System. Solange diese emotionale Wunde nicht in Heilung kommen kann, stecken wir zu einem Teil noch in der Vergangenheit fest, auch wenn bereits viel Zeit seitdem vergangen ist und aus dem kleinen Kind ein starker Erwachsener geworden ist.

EIN TRAUMA UNTERBRICHT DEN FLUSS DES LEBENS…

Durch Dissoziation sowie die Abspaltung von Seelenanteilen wird das erlebte Trauma und die damit verbundenen Emotionen zwar vom Bewusstsein zu unserem Schutz abgespalten, auf neuronaler Ebene und in unserem gesamten Körperzellgedächtnis in jeder Zelle ist es jedoch weiterhin in uns verankert und damit ein großer Teil unserer Lebensenergie als Energieblockade eingefroren. Dieses hohe Energiepotential welches uns von unserem System zur Verfügung gestellt wurde, um entweder mit Flucht oder Kampf zu reagieren, kann jedoch auf diese Weise nicht wieder ‚entladen‘ werden und bewirkt eine Erstarrung, die von den Betroffenen oft als geistige Lähmung empfunden wird oder auch dem Eindruck nicht mehr vollständig mit dem Leben verbunden zu sein.

Die möglichen Folgen können sehr unterschiedlich sein und sind sehr vom Einzelnen, seinen bisherigen Erfahrungen und seiner psychischen Widerstandskraft (Resilienz) wie auch vom Alter in dem das Trauma entstand, abhängig. Die moderne Hirnforschung hat gezeigt, dass unbewältigbare Belastungen langfristig auch zu Veränderungen, Destabilisierungen und Auflösung bisheriger stabiler neuronaler Verschaltungen in unserem Gehirn führen können und somit auch zu grundsätzlichen Veränderungen des Denkens, Fühlens und Handelns führen können, die uns nachhaltig daran hindern können, stabil und handlungsfähig bzw. Selbstbestimmt im Leben zu stehen.

WAS DEN EINEN KALT LÄSST, BRINGT DEN ANDEREN ZUM SCHWITZEN… 

Diese meist unvorhersehbaren und für uns unfassbaren Situtionen können in einem Menschen hochgradigen Stress erzeugen mit Gefühlen von extremer Hilflosigkeit, Ohnmacht, Entsetzen sowie großer Fassungslosigkeit. Traumatische Erfahrungen werden in unserem Gehirn in einem eigenen Speicher aufbewahrt, der für unser Alltagsgedächtnis nur schwer zugänglich ist. Durch unbewusste Auslöserreize, wie z.B. Bilder, Situationen, Gerüche, Worte, Geräusche, etc. kann das Traumagedächtnis jedoch spontan aktiviert werden. Die Ursachen hierfür können jedoch auch schon sehr lange zurück liegen und durchaus bereits vor oder während der Geburt oder sogar zur Zeit der Zeugung oder in der Schwangerschaft  eingetreten sein. Und mitunter zeigt sich auch, dass ein vermeintlich eigenes traumatisches Erleben gar nicht zu uns gehört, sondern von den Eltern, aus dem Familiensystem oder sogar aus dem ‚kollektiven Traumagedächtnis‘ übernommen wurde und wir somit mitunter etwas ausleben, was gar nicht zu uns gehört.

Oft klingen die Symptome nach einem einmaligen traumatischen Erlebnis (Schocktrauma) innerhalb einiger Zeit wieder von allein ab, sobald wir wieder in Sicherheit sind und das Leben gut weitergeht. Wenn es jedoch keine Möglichkeit gibt, das Erlebte adäquat zu verarbeiten oder die traumatische Situation über längere Zeit bestand (Entwicklungstrauma), kann es zur Entwicklung von ‚Seelischen Narben‘ kommen und zugleich zur Ausbildung intensiver psychischer Symptome wie z.B. die PTBS/Posttraumatische Belastungsstörung oder weitreichender Traumafolgestörungen oder psychosomatischer Symptome wie z.B. Angst-, Anpassungs-, oder Belastungsstörungen, Schlafproblemen, Aufmerksamkeits-, und Konzentrationsproblemen, chronischer Stress und Erschöpfungssyndrom, ADS bzw. ADHS oder Burn-Out-Symptomatik, etc.

Wenn Sie nach einem intensiven, tiefgehenden oder traumatischen Ereignis über längere Zeit Symptome und Beeinträchtigungen wahrnehmen, irgendwie nicht vollständig im Leben stehen, immer wieder unter Erinnerungen aus Ihren früheren Lebensabschnitten leiden oder einfach mit angezogener Handbremse durchs Leben fahren, ist es sinnvoll, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Je früher nach dem traumatischen Erlebnis fachliche Hilfe und Begleitung in Anspruch genommen wird, desto kürzer dauert in der Regel die traumatische Phase.

NEUE WEGE GEHEN – DIE SANFTE TRAUMATHERAPIE (NICHT NUR) FÜR HOCHSENSIBLE MENSCHEN

Ziel der sanften Traumatherapie ist eine geordnete Verarbeitung des Traumas sowie die Auflösung bzw. Reduzierung der traumatypischen Symptome. Neue Wege in der Traumatherapie verbinden dabei körperorientierte Ansätze mit Methoden aus der Körperpsychotherapie, transpersonellen Psychologie, Kunsttherapie und kreative Transformationsmethoden, Energie- und Informationsmedizin, Atem- und Entspannungsübungen und traditionelles schamanisches Heilwissen. So können auf sanfte Weise die alten neuronalen Verbindungen schrittweise entkoppelt, die Energieblockaden aufgetaut und kontrolliert entladen und eine lösungsfokussierte Neu-Strukturierung der neuronalen Vernetzungen sowie eine Auflösung der im gesamten Körperzellgedächtnis gespeicherten emotionalen Verbindungen zu den traumatischen Erinnerungen ermöglicht, ohne nochmals in alte und schmerzliche Geschichten hinein gehen zu müssen und somit zugleich die abgespeicherten Emotionen von den reinen Informationen des Ereignisses getrennt und abgekoppelt werden. Schamanische Seelenreisen und transpersonal imaginative Verfahren in Verbindung mit Tiefenfeldentspannung und Unterstützung von Aromapsychotherapie können dabei den Zugang zu tiefer liegenden Schichten des Unterbewusstseins ermöglichen und verhaltenstherapeutische Ansätze die Auflösung von antrainierten Schutzmechanismen und Selbst- Sabotageprogrammen unterstützen.